Am Mittwoch Abend haben wir, viel länger hätte es wirklich nicht dauern dürfen, unsere letzten Einkäufe in Douala gemacht und waren bereit für den Bus nach Bafoussam, ca. 260 km von Douala und 45 Minuten von Bangoua entfernt. Daraufhin hat uns Gilles, jeder mit einigem an Gepäck beladen, auf ein Motorrad gesetzt und uns zum „Busbahnhof“ gebracht. Überraschend schnell fanden wir einen Passenden(mit ca. 30 Insassen, wobei der Bus für weit weniger ausgelegt ist) und fuhren zu einem größeren Buspark kurz außerhalb der Stadt. Nachdem wir feurig leckere Fleischspieße während unserer 3,5 Stunden langen Wartezeit(Abfahrt 23:15) bis zur Weiterfahrt aßen, ruckelte der Bus auf einmal los. Die Fahrt ging fix aber unbequem- die möglichen Folgen wurden uns 80 km vor Bafoussam bewusst. Aus dem Schlaf aufgeschreckt stand man vor einer Horde aufgebrachter Menschen, die mit vereinten Kräften die fatalen Folgen eines schlimmen Unfalls zu minimieren versuchten. Ein Bus ist kurz vor unserer Ankunft mit einem LKW rücklings zusammengestoßen, woraufhin sich der Bus nur nach mehrmaligen Anläufen vom anderen Fahrzeug trennen ließ. Wie durch ein Wunder kam angeblich niemand zu Tode, jedoch steckten 2 Menschen lange Zeit fest und 6 Busse hielten um Hilfe zu leisten. Da es in dieser Gegend keine Krankenwägen gibt, wurden die Verletzten nach ihrer Befreiung schnellstmöglich zum nächsten Krankenhaus gefahren.
Zum Frühstück in Bangoua gab es ein Eier-Sandwich- im Anschluss wurden wir vom Wagen des Krankenhauses abgeholt. Zu der Zeit war es 6:15 morgens- nennenswert schlafen ließ sich bis dahin noch nicht. Das erste nach unserer Ankunft auf dem Krankenhausgelände(wahnsinnig schön an fruchtbaren, grünen Hängen gelegen und mit Blick auf ein weitläufiges Tal voller Urwald) war also die dringend nötige Dusche und ein paar Stunden Schlaf. Unsere Unterkunft nennt sich „Deutsches Haus“, hat 4 Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer,eine kleine Küche und 2 Bäder. Auch wenn wir uns zu Anfang merkwürdig fühlten an diesem Ort auch noch bekocht zu werden, nahmen wir es doch dankend an. Der Empfang am „Hôpital Protestant de Bangoua“ war auf alle Fälle sehr herzlich und wir freuten uns sehr, die nächsten Tage dort arbeiten und leben zu können. Wir lernten auch bereits den kompetent wirkenden Direktor des Krankenhauses, Dr. NANA Martial Noel kennen.
Zusammen mit den hiesigen Angestellten und unserem Techniker, Monsieur Gabriel, sortierten wir die bereits gelieferten feuerfesten Ziegel nach ihrer Qualität, säuberten das Fundament und begannen die erste Schicht des Ofens „auf dem Trockenen“ zu legen. Die Zementarbeiten beginnen morgen früh, da heute noch wichtige Werkzeuge zum exakten Mauern der Wänder besorgt werden mussten. Aufgrund der heftigen, lokalen Regenfälle in Verbindung mit starken Winden(Höhe: ~1500m) werden wir den Verbrennungsplatz mit einer extra hohen Mauer- zum Schutz des Verbrennungsofens und damit die gelagerten Abfälle auch während der Regenzeit trocken bleiben- ausstatten. Laut unseres Technikers sollten wir in einer Woche(rekordverdächtig) mit den Bauarbeiten fertig sein und mit den Trainings zur Bedienung des Ofens beginnen können. Ob dem wirklich so ist, wird sich zeigen!
Langweilig wird es auf keinen Fall 😉
Klickt wieder rein, wenn ihr an weiteren Neuigkeiten zum Ofenprojekt in Bangoua interessiert seid- wir würden uns freuen!
Arne & Stephan