Update: 05.August – Botschaft


Zu Anfang: Wir haben unseren ersten Tag in Kamerun dafür genutzt um uns Sim-Karten zu kaufen, uns der aktuellen Situation bewusst zu werden und um uns mit dem Techniker zu treffen, der 2013 einen Verbrennungsofen in Ndoungue(ca. 100km von unserem aktuellen Projektort entfernt) mit gebaut hat. Als ersten Eindruck blieb er uns als selbstbewusst, aber mit nicht allzu viel Geduld für unser(man kann es leider nicht herausragend nennen 😉 ) Französisch, im Gedächtnis. Zum Glück wird unser TeoG-Team durch Gilles Hervé Nomegne ergänzt! Er hat Connectica e.V. gegründet(eine NGO mit Sitz in Kamerun und Deutschland) und wird mit uns(Arne und Stephan) zusammen das Ofenprojekt in Bangoua umsetzen. Er gibt uns wertvolle Ratschläge, was kulturelle sowie sprachliche Hürden angeht und hilft uns somit sehr die kameruanische Kultur/Mentalität besser kennen zu lernen/einschätzen zu können. Während des Treffens konnten wir uns auf einen Plan einigen, wie und vor allem wo wir in den nächsten Tagen alle notwendigen Materialien finden können. Somit konnten wir uns als Nächstes vor allem darauf konzentrieren, die Reise zu unserem letzten großen Puzzle-Stück der Projektspenden anzutreten…

5 Uhr morgens – Douala:

Nachdem wir gestern Nacht um 0 Uhr am Flughafen waren, um danach zu schauen ob auch unser Gepäck bereits den weiten Weg nach Douala geschafft hat(hatte es nicht), wachten wir eher ziemlich müde auf.

Nichts desto Trotz stand unser Taxi pünktlich vor der Tür und brachte uns zum Zug-Bahnhof von Douala, was um diese Uhrzeit angenehm leere Straßen bedeutete. Vor uns stand eine beeindruckende Konstruktion aus vorangegangenen brutalen Zeiten, in der wir unsere Tickets für die Zweite von Drei Klassen kaufen konnten. Wir stiegen zunächst in einen ziemlich alten Wagon ein. Als wir schließlich kontrolliert wurden, wollte man uns allesamt prompt raus schmeißen. Aber bei weitem nicht aus dem Zug, sondern aus der dritten Klasse in der wir saßen. Wir wurden in die zweite Klasse begleitet, welche dem Stil der Berliner S-Bahn ziemlich nahe kam. Die Fahrt über konnten wir einige Zeit die Augen zu machen, woraufhin wir in Yaoundé sogleich von einem Fahrer abgeholt wurden.

Unser Hauptziel des Tages war die hiesige deutsche Botschaft. Unser Kontakt Herr Wiesenecker war die letzten Tage damit beschäftigt seine Zeit in Kamerun abzuschließen und strickte mit einer, Zitat,  „heißen Nadel“. Erfreulicherweise konnte er dennoch bis zu unserer Ankunft den Fördervertrag aufsetzen. Nachdem wir die strengen Sicherheitskontrollen überwunden hatten unterzeichneten die jeweiligen Vertreter den Vertrag, welcher uns eine gewisse Fördersumme für das Ofenprojekt zur Verfügung stellt. Alles lief reibungslos ab und wir verstauten das Geld vor Verlassen der Botschaft nach kameruanischer Gewohnheit. In einem Umschlag in unserer Hose. Sicher ist sicher.

Anschließend aßen wir in einem der lokalen Restaurants ein fast schon zu nahrhaftes Mittagessen, welches einem interessanten Konzept folgte: Man zahlt 1000 Franc CFA(ca. 1,5€) woraufhin einen alle möglichen KöchInnen von ihrem jeweiligen Gericht zu überzeugen versuchen. Die Entscheidung bleibt natürlich einem selbst überlassen. Im Großen und Ganzen bedeutet das traditionelles Essen zu einem guten Preis für jedermann. Von in Schale geworfenen Geschäftsleuten über den normalen Arbeiter war hier ein Querschnitt durch die hiesige Gesellschaft zu erleben.

Schließlich in unserem Hotel angekommen erkannten wir uns in einem Gangsystem ähnlich mancher Tombraider Tempel wieder, tranken unser Feierabendbier und machten uns an die Planung der nächsten Tage.